Karl-Theodor zu Guttenberg bei der 47. Münchner Sicherheitskonferenz 2011. ©Kai Mörk

Kehrt Guttenberg zurück in die deutsche Politik?

Berlin – Der frühere Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg soll die Union im Wahljahr 2017 aktiver unterstützen, so berichten Medien wie der Spiegel und Focus Online. Die CSU hofft dabei auf die Popularität des Politikers bei der Bevölkerung.

Guttenberg will sich dabei nicht um ein Bundestagsmandat bewerben, sondern lediglich beim Wahlkampf der Union mitwirken. In einem mehrstündigen Gespräch mit CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer soll er gesagt haben, dass er „niemandem den Platz wegnehmen“ möchte.

Guttenberg bei einer Veranstaltung der Europäischen Kommission zur Freiheit im Internet.

Obwohl viele noch die Plagiatsaffäre im Hinterkopf haben, scheint eine Rückkehr auf Zustimmung zu stoßen. Eine Passantin in Berlin sagt gegenüber Corduene: „Ich war ziemlich enttäuscht was seine Doktorarbeit anging, aber an sich hat er ja als Minister eine gute Arbeit geleistet. Die Aussetzung der Wehrpflicht hat uns sehr geholfen, mein Sohn konnte dann direkt nach der Schule mit dem Studium beginnen.“

In den letzten Jahren hatte zu Guttenberg zwar immer wieder einer Rückkehr kritisch gegenübergestanden, doch Kommentare zur aktuellen, deutschen Politik konnte er sich dennoch nicht verkneifen. So kritisierte er beim Überfall des IS auf die Kurden die Bundesregierung und forderte eine entschlossenere Hilfe für Kurdistan.

„Wochen schon metzeln die Milizen der IS im Irak und in Syrien unschuldige Menschen nieder,“ schrieb er damals in der „Bild“-Zeitung. "Und was tut Deutschland? Wir basteln uns eine politisch wasserfeste Schutzwestendoktrin." Das war noch, bevor Deutschland beschloss Waffen an die kurdischen Peschmerga zu liefern.

Für viele Kurden hoffen auf eine Rückkehr zu Guttenbergs in die deutsche Politik. Der kurdische Politik-Student Alan Qaradax hofft, dass der ehemalige Minister „Deutschland endlich aktiver werden lässt in der Weltpolitik.“

Karl-Theodor zu Guttenberg mit Thomas De Maiziere und General Volker Wieker.

„Deutschland ist eine große Nation mit einer starken Wirtschaftskraft und einer einflussreichen Außenpolitik. Berlin könnte sich im Nahen Osten und vor allem in Kurdistan viel stärker einbringen. Eine engere Beziehung zum Ölreichen Kurdistan könnte der deutschen Wirtschaft auch gut tun. Die USA haben Israel als Partner im Nahen Osten, Deutschland sollte Kurdistan als Nahost-Partner aufbauen.“

Auch CSU-Parteichef Horst Seehofer hofft auf eine baldige und vor allem aktivere Rückkehr Guttenbergs in die deutsche und bayerische Politik. Ein zu Guttenberg käme ihm im internen Parteikampf um seine Nachfolge ganz gelegen. Seehofer hofft auf einen starken Konkurrenten zu Markus Söder, der die Führung der Christsozialen übernehmen will.

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