Die Bandmitglieder Frederic Metzler, Alexander Weber, Alexander Loeb & Kevin Horn. ©Another Timelapse

Album Review: Another Timelapse – Face Your Fears

Die deutsche Alternative-Metal-Band wehrt sich immer noch gegen eine klare Kategorisierung ihrer Musik – und hier erfahrt ihr warum das auch gut so ist.

Nach ihrem ersten veröffentlichten Album („The Days of Futures Past“) hat sich für Another Timelapse der Prozess des „Songwritings“ drastisch verändert: „Wir haben mehr Riffs und weniger synthetische Klänge in unsere Instrumentals eingebaut. Die Texte bekamen mehr Aufmerksamkeit und insgesamt glauben wir, dass wir in Bezug auf „Songwriting“ einen Schritt in eine neue Richtung gegangen sind“, sagt Alex Loeb, Sänger und Gitarrist des Mainzer Quartetts. Aber lasst uns lieber von ganz von vorne anfangen!

Die Jungs haben ihre Band 2009 gegründet, ursprünglich hobbymäßig neben der Schule, und seitdem ihre Bandmitglieder einige Male getauscht bis sie 2011 schließlich bei der aktuellen Besetzung bestehend aus Alexander Loeb, Kevin Horn, Alexander Weber und Frederic Metzler, ankamen. Durch ihren Erfolg bei dem regionalen Band Contest „Rock n Pop Youngsters“ konnten sie die Aufnahme ihres ersten Songs „Comatose / Overdose“ finanzieren. Aber was macht die Gruppe und ihren musikalischen Stil aus?

Die Band bezeichnet ihre Musik selbst als ElectonicallydrivenPostHardcorePunkMetalParty. „Ich glaube wir kommen alle aus verschiedenen musikalischen Ecken“, beantwortet Loeb die Frage nach ihrem Musikstil. „Ich bevorzuge den härteren Core-Kram sowie Indie- und Punk-Musik, während die anderen alles Mögliche von EDM über Metal bis hin zu Symphonic Rock hören. Wir schmeißen alles in einen großen Topf und schauen was am Ende dabei rauskommt, schätze ich. Wir haben nie probiert wie jemand anders zu klingen, sondern vielmehr all diese verschiedenen Eindrücke aufgesaugt und daraus etwas Neues gemixt.“

„Face Your Fears“ ist ein Album von großer Diversität, vermischt es doch brutale Riffs mit süßen Melodien wie man sie in Wiegenliedern hört. Ein gutes Beispiel für diese Mischung ist der Refrain der Lead Single „The Preacher’s Anthem“, der auf eine unnachgiebige Strophe voller Post-Hardcore beeinflusster Screams und Growls folgt und mit einem schnellen Walzer einen mehrstimmigen Choral präsentiert. Obwohl das vielleicht absurd klingen mag, funktioniert diese Mischung ironischerweise trotz ihrer hohen Ambition. Gute Beispiele für starken Kollisionen zwischen Musikgenres lassen sich auch in der Pop Punk Hymne “The Rescue” finden, bei dem krachende Riffs zu fröhlichen Melodien finden.

„Ich glaube es ist unsere Stärke, dass wir unseren Sound immer weiterentwickeln und neue Dinge auszuprobieren“, sagt Loeb. „Wir wollen weder an einem Ort bleiben noch uns im Kreis  drehen.“ Das wird unter anderem auch im letzten Song, „Redemption“, sichtbar: Nach gut drei Minuten ruhiger akustischer Love-Song-Musik im vorangehenden Song „Placebo Affection“ packt die Band alle Waffen die sie hat zusammen in einen Track. Eine Hommage an die britischen Alt-Metal-Rocker „Architects“ findet man im heftigsten Riff des Albums, während Alex über das Wiedererwachen eines Characters an einem himmlischen Ort voller Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit singt, kurz bevor die Hölle losbricht.  Einer von vielen Tempowechseln auf dem Album findet in den furiosen letzten Sekunden der Platte statt, als Droptuning –Gitarren auf furioses Drumming treffen, während das musikalische Leitmotiv aus “The Preacher’s Anthem“ erneut aufgegriffen wird.

Another Timelapse beenden ihr Album ohne auch nur eine Frage unbeantwortet zu lassen, bis auf die eine: Wie werden sie weitermachen? „Wir werden so viele Gigs wie möglich spielen, obwohl es schwer wird, da wir ja alle studieren. Wir versuchen nicht zu sprunghafte Entscheidungen zu treffen, aber wir freuen uns auf das, was die Zukunft uns zu bieten haben könnte, vor allem weil wir alle eine Menge Spaß bei dem haben was wir tun.“

Das Album ist auf jedem Streaming-Dienst verfügbar.
Wer sie live sehen möchte: Am 29. Oktober promoten sie ihr neues Album in Alzey, als Vorband von „the Mock Unit“ und „Infected World“.

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