Kurdische Peschmerga bald schon mit eigener Luftwaffe? ©Inge Wallumrød

Kurdische Peschmerga bald mit eigener Luftwaffe?

Sulaimaniyya, Kurdistan – Eine eigene Peschmerga-Luftwaffe scheint nicht mehr ausgeschlossen, so glaubt ein kurdischer Parlamentarier im irakischen Parlament. Als Teil der US-amerikanischen Unterstützung für die Kurden könnte diese bald schon selbst den IS aus der Luft angreifen.

Shakhwan Abdullah, Mitglied des parlamentarischen Ausschusses für Verteidigung und Sicherheit des Iraks, ist davon überzeugt, dass Washington sehr gut über den Umgang Bagdads mit den Kurden Bescheid weiß. Seit beginn des Krieges gegen den IS hält hält die irakische Regierung internationale Hilfe für die Kurden zurück, wodurch die kurdische Armee, die als Speerspitze im Kampf gegen den sogenannten „Islamischen Staat“ gilt, in ihrem Kampf gegen die Terroristen behindert wird.

Rauch steigt während einer Schlacht zwischen Peschmerga und ISIS-Terroristen bei Daquq, südlich von Kirkuk, auf.

Bedenke man die Rolle der Peschmerga im Krieg gegen den IS, sei eine kurdische Luftwaffe und auch die Lieferung von schwerem Kriegsgerät aus den USA in der Zukunft sehr wahrscheinlich, so Abdullah. Deshalb fordert der Parlamentarier auch vom kurdischen Peschmerga-Ministerium dass eigene kurdische Piloten ausgebildet werden.

Mitte Juli haben die Vereinigten Staaten und die Autonome Region Kurdistan eine militärische Grundsatzvereinbarung unterzeichnet, wonach die kurdischen Peschmerga mit den nötigen finanziellen Mitteln ausgestattet werden, um den Kampf gegen den Islamischen Staat fortführen zu können. Die Vereinbarung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Washington den Glauben an das Engagement der Zentralregierung in Bagdad zu verlieren scheint.

Die Regierung des Iraks hat in der Vergangenheit immer wieder  versucht internationale Unterstützung nach Kurdistan zu verhindern. In der letzten Woche wurden kurdische Repräsentanten von der irakischen Regierung von einem Anti-IS Treffen zwischen 30 Staaten ausgeschlossen. Kurdische Politiker waren nicht sehr begeistert.

Kurdische Peschmerga müssen mit altem russischem Gerät gegen den IS kämpfen.

Obwohl die kurdischen Peschmerga an vorderster Front gegen den IS kämpfen, haben sie kaum die militärische Unterstützung erhalten, die sie benötigen; vor allem fehlt es an modernen und schweren Waffen. Die etwa 200.000 Peschmerga kämpfen mit alten sowjetischen Waffen gegen hochmoderne amerikanische Waffen, die der IS im Sommer 2014 von der fliehenden irakischen Armee erbeuten konnte.

Kurdische Politiker beschuldigen vor allem Bagdad für die Problematik. Sie werfen der irakischen Regierung vor internationale Unterstützung, sowohl militärische als auch humanitäre und finanzielle, zurückzuhalten und den Kurden nicht zukommen zu lassen.

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