Laufstegmodels mit Pelegs Kollektion. ©Danit Peleg

Ersetzen 3D-Drucker bald schon unsere Kleiderschränke?

Zu kurz, zu klein oder einfach nur unbequem?! Modeliebhaber sind immer auf der Suche, nach dem besonderen Accessoire oder einem einzigartigen Kleidungsstück. Es existieren bereits viele Onlineshops, die versuchen so gut wie möglich, den Wünschen ihrer Kunden entgegnen zu kommen, doch vieles muss im Nachhinein ausgebessert werden. Das könnte vielleicht bald schon alles der Vergangenheit angehören. Die israelische Modedesignerin Danit Peleg hat scheinbar die Lösung für alle Fashionvictims da draußen. Mit 3D Druckern soll die Modewelt nun revolutioniert werden. Mode auf Knopfdruck also.

Models mit Pelegs Kollektion auf der Shenkar Fashion Show 2015.

Jeder potenzielle Kunde soll für die gewünschten Kleidungsstücke ganz einfach ein Template herunterladen und dieses dann ausdrucken können. „Bisher haben andere Designer mit der 3D Technik nur rumexperimentiert. Ich wollte eine komplette Kollektion mit 3D Drucken machen und das von Zuhause aus“, sagt Danit Peleg in einem Interview mit der FAZ. Die junge Designerin hatte, so sagt sie, anfangs noch Probleme mit der Technik gehabt. Die Materiellen der ersten Modelle waren noch zu hart und unkomfortabel. Nach vielen Experimenten mit verschiedensten Materialien, ist Peleg auf das beachtlich elastische und weiche Filaflex gestoßen. Perfekt für ihre Kollektion, die bisher hauptsächlich aus Netz-Optiken und verspielten Rüschen besteht. Auch die Models, die Pelegs Kollektion präsentierten sagen, dass die Elastizität des Stoffes, die Kleider sehr bequem und alltagstauglich macht.

In der Modebranche ist vieles von der Herstellung abhängig – Wo und unter welchen Umständen wird produziert? Viele Modeketten werden immer wieder mit Kritik an ihrer Produktion, vor allem in Drittweltländern, konfrontiert. Im Zeitalter des Fair Trade Handels, wird es den Verbrauchern immer wichtiger, dass ihre Kleidung auch ethisch hergestellt wurde. Das Ganze geht auch so weit, dass viele auch bereit sind mehr für ihre Klamotten auszugeben. Darüber hinaus zählt heutzutage Individualität mehr denn je. Das Zitat „Kleider machen Leute“ von Gottfried Keller wird immer aktuell bleiben, da nichts so ausschlaggebend ist, für den ersten Eindruck wie die Kleidung, die man trägt.

Pelegs erste Kollektion aus dem 3D-Drucker

Die meisten Menschen identifizieren sich mit ihrer Kleidung und möchten ihren Charakter, auf diese Art und Weise optisch besser präsentieren. Kleider trägt man schon lange nicht mehr, um sich nur warm zu halten – Man setzt mit ihnen ein Statement. Jeder möchte etwas Besonderes haben, etwas was noch keiner hat oder einen selbst perfekt wiederspiegelt. Pelegs neuer Weg in der Kleidungsproduktion könnte schon bald zu einem explosionsartigen Anstieg der Individualität in Sachen Klamotten führen.

Jeder kann sich die Muster runterladen und drucken - theoretisch jedenfalls. Noch ist die Technik zu teuer für den Otto Normalverbraucher. Aber Peleg ist sich sicher, dass mit der Verbreitung des 3D Druckers ihre Vision irgendwann für alle bezahlbar sein wird. Vielleicht stehen bald schon 3D Drucker statt riesiger Kleiderschränke in unseren Schlafzimmern.

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