Tobias Huch beim Bundesparteitag der FDP im Mai 2015. ©Tobias Huch

Tobias Huch: „FDP echte Alternative für Deutschland"

In fünf Tagen ist Super-Wahlsonntag und in gleich drei Bundesländern soll ein neuer Landtag gewählt werden. Umfrageergebnisse zeigen, dass die großen Bundestagsparteien an Stimmen verlieren, kleinere Parteien jedoch zulegen. Darunter auch die FDP, die fest entschlossen ist am 13.März einen großen Wahlsieg davon zu tragen. Im Interview mit Corduene erklärt FDP-Politiker Tobias Huch, warum er seine Partei als die einzige ernstzunehmende Alternative sieht.

Corduene: Hallo Herr Huch, schön, dass sie sich die Zeit nehmen konnten.

Huch: Hallo, ich habe zu danken.

Corduene: Nach dem Wahlverlust bei der letzten Bundestagswahl, scheint die FDP das Vertrauen vieler Wähler zurückgewonnen zu haben. Woran liegt das?

Huch: Die FDP hat sich komplett neu erfunden. Wir wurden jahrelang als thematisch verengt wahrgenommen und durch den neuen Kurs ist der liberale Fahrplan klar erkennbar. Das freut nicht nur uns, sondern auch viele Bürger.

,,Rechtsstaat statt Rechtsruck." - Wahlplakat der FDP in Sachsen-Anhalt.

Corduene: Ihre Partei wurde früher oft als Partei der Reichen betitelt. Sie selbst sind Unternehmer. Stimmt das Vorurteil also?

Huch: Dieses Gerücht war noch nie richtig. Die FDP ist die typische Partei der Mittelschicht und der Menschen, die ihr Leben selbst gestalten wollen. Wenn der Ruf „Partei der Reichen“ auf eine Partei zutrifft, dann sind es die Grünen. Vielen von denen fahren mit dem Porsche Cayenne Turbo zum Wertstoffhof.

Corduene: Hörsäle an Universitäten sind seit Jahren gnadenlos überfüllt, die Ausstattung der deutschen Hochschulen lässt oft auch zu wünschen. Welche Lösungsvorschläge kommen von den Liberalen?

Huch: Wir haben da ganz unterschiedliche Ansätze. Zum einen ist eine bessere finanzielle Ausstattung der Hochschulen mit mehr Flexibilität wichtig. Aber wir wollen auch, dass der Meister genau so viel wert ist wie der Master. Das bedeutet, dass eine gute Ausbildung ebenso gefördert gehört. Gute Hochschulen werden nicht von Studierten gebaut, sondern von fleißigen Maurern, Tischlern, Dachdeckern und anderen Ausbildungsberufen.

Corduene: Wie sieht es mit finanzieller Unterstützung für Studierende aus? Neben Materialien für das Studium können sich viele Studenten gerade noch so eine Wohnung leisten. Auslandssemester sind oft aufgrund von Geldmangel kaum noch möglich.

Huch: Das große Problem sind Studiengebühren. Diese lehnen wir ab. Es ist zwar gut, wenn Studentinnen und Studenten nebenbei Berufserfahrung sammeln, aber Geldnot sollte nicht ihr Antrieb sein. Wir fordern auch eine Ausbildungsförderung, die unabhängig vom Einkommen der Eltern ist.

Tobias Huch in Kurdistan

Huch beim Besuch der IS-Front in der Autonomen Region Kurdistan im Irak. ©Tobias Huch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Corduene:
Nun zu einem anderen Thema. In den Sozialen Medien sorgen Sie ja mit ihren Posts für viel Gesprächsstoff. Sie wurden auch schon mehrfach bedroht. Woran liegt das?

Huch: Ich spreche Klartext. Das passt vielen intoleranten Menschen nicht. Bedrohungen kommen aus dem gesamten Spektrum des Faschismus. Rechtsradikale, AKP-Fanatiker, ISIS-Anhänger, Graue Wölfe, Salafisten. Wenn solche Gruppierungen einen hassen, dann macht man als liberaler Demokrat alles richtig. Die Bedrohungen bestätigen mich in meinem Weg.

Corduene: Sie unterstützen den kurdischen Kampf gegen den sogenannten „Islamischen Staat“. Wie bewerten Sie die Rolle Deutschlands und des Westens in diesem Zusammenhang?

Huch: Die Hilfe für die Peschmerga ist gut und wichtig, jedoch brauchen die Kurden viel mehr Unterstützung – alle Kurden. Sowohl die Menschenrechtslage in der Türkei als auch der Kampf Erdogans gegen die erfolgreichen Anti-ISIS-Kämpfer im westlichen Kurdistan (Rojava) sind erschreckend und entsetzlich.

Corduene: Sieht das Ihre Partei auch so?

Huch: Ja.

Corduene: Die Bundesrepublik hat im letzten Jahr mehr als eine Million Flüchtlinge aufnehmen müssen. Viele fragen sich, welche Folgen das hat und ob man diese Leute auch wirklich aufnehmen muss.

Huch: Menschen, die vor Krieg fliehen, müssen von uns temporären Schutz erhalten, bis der Krieg vorbei ist. Das sind unsere Werte. Diese verteidigen wir nicht, in dem wir Menschen, die in Not sind abweisen. Eine gerechte Verteilung in Europa ist jedoch angebracht und vor allem müssen wir Fluchtursachen vor Ort bekämpfen. Wenn die Menschen in ihrer Region gut versorgt werden, dann gibt es keinen Grund nach Europa zu kommen.

AfD-Sympathisanten bei bei einer Demonstration in Berlin im November 2015.

Corduene: Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung, benötigt Deutschland eine starke Zuwanderung, um die niedrigen Geburtenraten des Landes zu kompensieren und die Sozialsysteme zu entlasten. Verschweigen das Parteien wie die AfD?

Huch: Die AfD zielt auf dumpfen Populismus und hat außer „Ausländer raus!“ keine Lösungen. Wir sollten auch das Flüchtlingsthema nicht mit „Zuwanderung“ verwechseln. Die Krisenländer brauchen zum Wiederaufbau ihre Fachkräfte nötiger als wir.

Corduene: Herr Huch, wieviel Prozent wird die FDP in ihrem Bundesland, Rheinland-Pfalz, holen?

Huch: Ich hoffe auf eine 7 vor dem Komma, hoffe aber auf ein noch besseres Ergebnis. Jede Stimme ist wichtig, um eine echte Alternative zu wählen. Eine Alternative ohne Hass und für unsere aufgeklärten Werte.

Corduene: Vielen Dank für Ihre Zeit!

Huch: Herzlichen Dank und gehen Sie zur Wahl!

1 comment

  1. Markus Galanter 9 März, 2016 at 07:45 Antworten

    Vielen Dank für das Interview. Allerdings hätte ich mir eine journalistischere Aufarbeitung mit kritischen Fragen und Hintergrundinformationen gewünscht, zum Beispiel die Folgenden:

    Zitat: “FDP-Politiker Tobias Huch”
    Er hat in der FDP kein Amt und ist auch für nichrs gewählt worden. Auf der Landesliste der FDP steht er auf Platz 50 (siehe http://www.fdp-rlp.de/file/384/download?token=tTcB10t1). Bei derzeit 101 Abgeordneten im Landtag RLP müsste die PDF also auf 50,5% (fünfzig Komma fünf) kommen, damit er in den Landtag kommt. Direktkandidat ist er auch nicht, zudem in “seinem” Wahlkreis niemals der FDP-Kandidat direkt gewählt wurde. Es ist also überhaupt erst einmal fraglich, wieso er sich als Politiker bezeichnet.

    Zitat: “Ihre Partei wurde früher oft als Partei der Reichen betitelt. Sie selbst sind Unternehmer.”
    Aus Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Tobias_Huch) geht nur hervor, dass er eine Insolvenz hingelegt hat, ansonsten scheint er unternehmerisch nichts zu machen. Insolvenz hat eher nichts mit Reichtum zu tun, sondern mit Armut.

    Laut Wikipedia ist Huch wegen Steuerhinterziehung vorbestraft. Für die meisten Leute scheidet seine Person daher sowieso schon als seriöser Gesprächspartner aus. Zumindest wäre dies kritisch zu hinterfragen gewesen – auch, ob die Steuern mittlerweile nachbezahlt sind.

    Laut diversen Internet-Quellen (z.B. http://antiabzockenet.blogspot.ae/2010/08/wintotal24-resisto-it-gmbh-fordert-fur.html , http://antiabzockenet.blogspot.com/2010/08/tobias-huch-l-weiter-mahnen.html) hat eine von Tobias Huchs ehemaligen Firmen (, die nun pleite ist,) dubiose Mahnungen versendet, die mit “Abzocke” betitelt wurden. Zitat: “RESISTO IT GmbH hat keine Inkassozulassung und darf daher nach geltendem Recht keine fremden Forderungen beitreiben”. Es handelte sich also illegales Inkasso.

    Fraglich ist auch, was es mit der Vergangenheit in der “Erotikbranche” auf sich hat. Diese “Branche” wird ja oft mit Prostitution, Zuhälterei u.ä. in Verbindung gebracht. Hier wäre eine Erklärung gefordert.

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